Das Mädchen aus Feuer und Sturm | Rezension

„Ich verstehe, dass du mich in Flammen setzt, wenn ich dich je verrate.“

Aber nicht, wenn ich dich zuerst zerstöre.

Renée Ahdieh

Informationen zum Buch

Titel: Das Mädchen aus Feuer und Sturm | Autor: Renée Ahdieh | Genre: Jugendbuch | Verlag: One | Anzahl Seiten: 415 | Erscheinungsdatum: 28.09.2018 | ISBN:978-3-8466-0069-6 | Preis: 18,00€ (Hardcover)

Klappentext

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall – und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz … ausgerechnet an den Feind.

Quelle: https://www.luebbe.de/one/buecher/junge-erwachsene/das-maedchen-aus-feuer-und-sturm/id_6484124


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

unvorhersehbar

spannend

japanisch


Meine Meinung

Heute möchte ich euch ein Buch ans Herz legen, das mich selbst extremst überrascht hat. „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ hat schon viele viele Monate ungelesen bei mir daheim im Regal verbracht und ich hatte den Eindruck, es vielleicht nicht wirklich zu mögen. Doch wider Erwarten hat es sich echt herausgeputzt und mich wahrhaftig begeistert!

Mariko ist die Protagonistin der Dilogie, von der ich heute erzählen werde. Sie ist ein Mädchen aus ziemlich reichem Hause und soll mit einem der Söhne des Kaisers verheiratet werden. Ob da mal nach ihrer Meinung gefragt wird? Natürlich nicht. Das Setting der Geschichte entspricht dem alten Japan, in dem Frauen nichts weiter waren als bloße Gefäße, mit denen man Handel durch Ehen betreiben kann. So ist Mariko von dem ihr bevorstehenden Schicksal nicht begeistert, akzeptiert es aber. Eine Chance auf Freiheit wittert sie, als ihr Gefolge auf dem Weg in die Kaiserstadt Inako überfallen wird. Schwarz gekleidete Männer haben die Absicht sie zu töten, doch Mariko schafft es, zu fliehen und sich zu verstecken.

Die Geschichte von Mariko beginnt sehr abenteuerlich und actionreich, doch was ich für eine eher unterhaltsame Handlung hielt, verwandelt sich in eine ziemlich ernste und vor allem auch brutale Angelegenheit. Dieses neuartige Gesicht verleiht der Geschichte eine sehr düstere Stimmung, hat mir jedoch unglaublich gut gefallen.

Was mir den Start in die Geschichte etwas erschwerte, ist der Schreibstil von Renée Ahdieh. Sie schreibt so, dass der Leser viele Details aufnehmen kann, hat es sich jedoch auch zur Angewohnheit gemacht, ziemlich stockend zu schreiben. Auf jeder Seite finden sich mehrere abgehackte Sätze und sich in diese Art des Erzählens „reinzulesen“ war recht mühsam, hat sich am Ende jedoch ausgezahlt. Es wurde noch richtig gut.

Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich mir sicher, wie die Geschichte um Mariko weitergehen sollte, und bis zur knappen Hälfte war dem auch so. Zugegeben, war ich zu diesem Zeitpunkt etwas gelangweilt. Der Schreibstil war eher zähflüssig und auch die Handlung sorgte für keine großen Überraschungen. Doch was dann geschah, kann ich immer noch nicht in Worte fassen – so begeistert bin ich!

Mariko gerät an üble Leute und muss sich in einer Welt voller Lügen und Intrigen behaupten. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Männer, die sie überfallen wollten, ausfindig zu machen, und trifft auf den Schwarzen Clan. Eine Horde brutaler Männer mit finsteren Absichten. Nicht nur das, gegenüber ihrem schlimmsten Feind kommen auch noch Gefühle auf, gegen die sie mühsam versucht, standhaft zu bleiben.

Mariko ist eine tolle Protagonistin. Sie ist mir sehr sympathisch und überzeugt mit einem starken Willen, dem Sinn für Gerechtigkeit und einem sehr, sehr weichen Herzen. Mich hat sie im Sturm erobert und es ist eine Freude, sie auf ihrem Weg zu begleiten

Das Buch hätte mir womöglich schon alleine wegen des japanischen Settings gefallen. Die fernöstliche, alte Welt hat mich schon immer in ihren Bann ziehen können und Renée Ahdieh hätte für mich noch 1000 weitere Seiten schreiben können. Die Gefühle sind zum Greifen nahe, es bleibt durchgängig spannend und irgendwann dreht sich die Geschichte nicht mehr nur um Mariko. Ihr Bruder spielt mit der Zeit eine äußerst bedeutsame Rolle, da er verzweifelt versucht, seine Schwester aus den Klauen des Schwarzen Clans zu befreien und am majestätischen Hof des Kaisers geschehen sehr seltsame Dinge, die es gilt, im zweiten Band der Reihe zu ergründen.

Mysterien treten auf, Geschichten spielen eine wichtige Rolle und irgendwann fügt sich eines mit dem anderen zusammen. Das Buch sorgt für Gänsehautgefühle, Momente der Verbundenheit und Rührung. Zusammenhalt wird auf ganz großartige Weise vermittelt und erwärmt das Herz.

Ich kann gar nicht aufhören, zu schwärmen. Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen und ich schneide hier nur einige Dinge an, da ich nicht möchte, dass ihr als Leser der Rezension zu viel vorab erfahrt, was gar nicht hinten auf dem Klappentext des Buches steht. Ein klein wenig erinnert mich die Story auch an Mulan – warum, werdet ihr wohl noch selbst herausfinden müssen. Ich denke, dass die Geschichte auch für Nicht-Japan-Kenner sehr interessant und aufschlussreich ist. Durch die vielen japanischen Begriffe, die im Buch erwähnt und im Register hinten erklärt werden, vermittelt das Buch die japanische Welt und das Leben zu damaligen Zeiten.

„Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ hat ein angenehmes japanisches Flair, es geht um das Gleichgewicht im Inneren einer Person, um die japanischen Vorstellungen der Kraft der Liebe und auch um Traditionen. Was mich so begeistert, ist die malerische Art, wie die Autorin das Land und ihre Kultur, die Landschaften und Gefühle dem Leser vermittelt. Nebenbei wird ebenfalls die Kultur des alten Japans thematisiert, wozu sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft und auch die Ehre zählen lassen. Mariko macht eine unglaublich interessante und auch nachvollziehbare Charakterentwicklung durch, die den Leser ambitioniert, ihre Geschichte auch im zweiten Band weiter zu verfolgen.


Mein Fazit

Ich liebe es! „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ zu lesen bereitete mir riesigen Spaß, ich habe mitgefiebert, geweint, gebangt und gehofft und kann nun sagen: LEST ES! Sicher ein Buch, das nicht nur für Jugendliche geeignet ist.


Meine Bewertung: 4,5/5⭐

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