Rückkehr der Engel | Rezension

Ein Teil von mir wünscht sich, er würde höher fliegen. Ich will wissen, wie es sich anfühlt, wenn er sich den Himmel mit dem Wind teilt. Der andere Teil wünscht, ihm würden die Flügel abfallen. Der erste Teil ist stärker.

Marah Woolf

Informationen zum Buch

Titel: Rückkehr der Engel – Angelussaga #1 | Autor: Sarah Woolf | Genre: Fantasy | Verlag: Piper | Anzahl Seiten: | Erscheinungsdatum: | ISBN:  | Preis: 12,00€ (Paperback)

Klappentext

„Ich kann dir nicht helfen“, flüstere ich. Wenn die Männer uns entdecken, werden sie mich töten und den Engel bei lebendigem Leib rupfen. 
Stöhnend dreht er sich auf die Seite und im Licht des Mondes erkenne ich sein Gesicht. Es ist Cassiel. Der Engel, der mir in der Arena bereits zweimal das Leben gerettet hat. Quer über seine nackte Brust verläuft ein tiefer Schnitt. Glas knirscht unter seinem Körper. Am Kopf muss ihn ein Stein getroffen haben, denn die linke Gesichtshälfte ist blutverschmiert und auch sein Haar ist rot gefärbt.
„Moon“, flüstert er. Seine Stimme klingt dünn.
Er erinnert sich an meinen Namen. Ich bin so überrascht, dass ich innehalte und viel zu viel Zeit damit verschwende, ihn anzustarren. 
„Lass mich nicht hier liegen.“ Lange Wimpern senken sich über seine blauen Augen. „Bitte.“
Ein Engel, der um etwas bittet. Trotzdem kann das nicht sein Ernst sein! Wie stellt er sich das vor? Ich habe schon genug Probleme, da kann ich mir nicht noch einen Engel aufhalsen. Mit gesenktem Kopf stolpere ich davon und lasse ihn liegen. 

Im Venedig der Zukunft, besetzt von den Erzengeln und deren himmlischen Heerscharen, führt Moon einen beinahe aussichtslosen Kampf, um ihre Geschwister zu schützen. Ganz auf sich allein gestellt, darf sie niemandem vertrauen, schon gar keinem Engel. 

Quelle: https://www.piper.de/buecher/rueckkehr-der-engel-isbn-978-3-492-70601-8


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

atmosphärisch

Engel

spannend


Meine Meinung

Sucht ihr noch nach einer guten Fantasy-Reihe, die man in der Vorweihnachtszeit ganz fix verschlingen kann? Dann habe ich heute eventuell etwas für euch – in der letzten Woche habe ich es endlich geschafft, mal wieder ein Buch zu lesen und es war ENDLICH mal wieder ein Buch, das mich begeistern konnte. Mit tosendem Applaus stelle ich euch heute „Rückkehr der Engel“ von Marah Woolf vor und ich hoffe, dass ihr ganz viel Spaß beim Lesen der Rezension haben werdet.

Wie der Titel schon verrät, haben mir es in „Rückkehr der Engel“ mit Engeln zu tun – eine Mythologie, von der ich echt nicht allzu viel weiß und auf die ich von daher umso gespannter war. Die Engel sind vor ein paar Jahren auf die Erde zurückgekehrt und anstatt die lieblichen Wesen zu sein, wie sie von den Menschen seit jeher dargestellt wurden, sind die Engel vor allem arrogant, egoistisch, überheblich und skrupellos. Venedig gehört zu den Städten, die vom ersten Tag der Rückkehr an von der Außenwelt abgeschottet und vollkommen eingenommen wurden. Mit der Isolierung gingen auch selbstverständliche Güter wie Elektrizität, fließendes Wasser und viele andere Dinge verloren, sodass es scheint, als sei man in Venedig einige hundert Jahre in die Vergangenheit gereist und dort stecken geblieben. Moon kennt Venedig vor und nach der Rückkehr der Engel und setzt jeden Tag vor allem einen Punkt auf ihrer To-Do-Liste nach ganz oben: zu überleben.

Als 18-Jährige kämpft sie wöchentlich in einer Arena auf Leben und Tod gegen Engel, um sich und ihre beiden Geschwister zu versorgen. Engel kann sie bis auf den Tod nicht ausstehen. Schließlich sind alle Engel böse – oder doch nicht?

Mich begeistert so vieles an „Rückkehr der Engel“ – das Setting, die Charaktere, die Engel, der Schreibstil…hach, einfach alles! Grundsätzlich hatte ich schon eine ganze Weile eine Schwäche für Venedig und gekoppelt mit dem einzigartigen, für mich neuartigen Schreibstil von Marah Woolf, ist in meinen Gedanken eine äußerst realistische, antike Stadt erwacht. Ich fühlte mich beim Lesen, als sei ich direkt am Geschehen beteiligt, zumal die Handlung sehr detailliert erzählt wird. Es gibt keine großen Zeitsprünge und die Autorin nimmt sich die Zeit, auch Kleinigkeiten genau zu beschreiben, sodass die Handlung sehr authentisch auf den Leser wirkt. Im venezianischen Setting habe ich mich sehr wohl gefühlt – auch wenn die Geschichte nichts zum Wohlfühlen ist. Stattdessen ist sie spannend, actiongeladen und ja, eventuell auch romantisch. Die Action begegnet dem Leser schon auf der ersten Seite der Geschichte und man wird unweigerlich sofort mit ins Geschehen hineingezogen.

Da Moon um ihr Überleben und das ihrer Familie kämpfen muss, kann sie es sich nicht erlauben, sich auf andere Menschen einzulassen und anderen Vertrauen zu schenken. Aus diesem Grund ist sie eine sehr verschlossene, zielstrebige Protagonistin, die mich in vielen Zügen stark an Feyre aus „Das Reich der Sieben Höfe“ erinnert hat. Ich hatte zwar anfangs ein paar Schwierigkeiten, mich in sie hineinzuversetzen, aber letztendlich war sie mir trotz ihrer eher feindseligen Art sympathisch. Auch die anderen Charaktere, die im Buch eine Rolle spielen, wurden toll umgesetzt. Besonders begeistert bin ich von Star, der Schwester der Protagonistin. Ich habe die Hoffnung, dass sie im Verlauf der Handlung eine besondere Rolle spielen wird und ich somit noch mehr über sie erfahren kann.

Am wichtigsten ist in jedem Buch für mich die Handlung – wenn sie mich nicht begeistern kann, dann tut es der Rest meistens auch nicht. Aber ich kann sagen, dass sich diese Handlung keinesfalls verstecken muss! Ich finde es toll, wie Marah Woolf die Einführung in die Geschichte mit Spannungselementen verbunden hat, aber allen voran sind es die Engel, die mir beim Lesen der Geschichte gefallen haben. Ich mag es, wie sie in das Leben in Venedig integriert und dargestellt wurden. Es fühlte sich alles ziemlich echt an! Moon ist nicht gut auf die Engel zu sprechen, doch ihre einst so festen gedanklichen Mauern beginnen zu wanken, als sie dem durchaus freundlichen Engel Cassiel begegnet. Er scheint viel zu lieb und sanftmütig für einen Engel und dennoch schafft er es, den kleinen Riss in Moons Mauer nach und nach etwas mehr zu erweitern. Mir gefällt die Thematik, dass man Gut und Böse nicht eindeutig getrennt werden können und auch, dass die Engel hier in einem völlig anderen Licht dargestellt werden als sonst. Auch die Darstellung von Venedig, die man schon beinahe als antik bezeichnen kann, hat der Geschichte einen sehr atmosphärischen Touch verliehen. Inhaltlich kann ich sagen, dass in „Rückkehr der Engel“ einige spannende Momente gibt. Was mir persönlich fehlt, ist der kleine Funke, der die Handlung mitreißend macht. Teilweise erschien die Handlung ein wenig schleppend und gezogen. Ich hatte ab und zu den Drang verloren, unbedingt weiterlesen zu wollen und dieser Drang ist es, den für mich ein perfektes Buch braucht. Mir fehlen Plottwists, Schock-Momente und Szenen, in denen ich von Gefühlen innerlich zerrissen werde. Aber das hier ist ja „nur“ der Auftakt der Trilogie und von daher bin ich ziemlich zuversichtlich, dass es in Band 2 noch mehr zu entdecken geben wird. Ich bin gespannt und hoffe, bald mehr über die Engel zu erfahren – vor allem über Lucifer, der mir von allen mit Abstand am besten gefallen hat!


Mein Fazit

„Rückkehr der Engel“ ist ein meiner Meinung nach gelungener Reihenauftakt für eine Fantasygeschichte, die mich thematisch endlich mal wieder begeistern kann. Nicht nur das Setting in Venedig, sondern auch die Einbindung der Engel in die actionreiche Handlung haben mir sehr gut gefallen! Es fehlen zwar noch die fesselnden Momente und Emotionen heftigster Art, aber ich bin zuversichtlich, damit dann ab Band 2 versorgt  zu werden. Das dürfte auf jeden Fall eine Empfehlung sein für Leser, die auf der Suche nach einem guten Plot, mysteriösen Engeln und einer starken Protagonistin sind.


Meine Bewertung: 4,5/5 ⭐

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