Flaming Clouds | Rezension

Er sah mich an und sah mich. Und mir wurde ebenfalls warm, so warm, am liebsten hättee ich mich ausgezogen, nicht den Pullover, nicht die Jeans. Mich selbst, meine FAssaden, meine Mauern und alle kalten Schichten, derentwegen mir bei dreißig grad nicht heiß wurde.

Gabriella Santos de Lima

Informationen zum Buch

Titel: Flaming Clouds – Der Himmel in deinen Farben | Autor: Gabriella Santos de Lima | Genre: New Adult | Verlag: Piper | Anzahl Seiten: 416 | Erscheinungsdatum: 01.03.2021 | ISBN: 978-3-492-06251-0 | Preis: 12,99€ (Paperback)

Klappentext

Flugbegleiterin Olivia Green hatte nie vor, sich zu verlieben – schon gar nicht in den attraktiven, grüblerischen Nick Saint James. Der frisch ausgebildete Pilot scheint genau wie seine arroganten Kollegen aus dem Cockpit zu sein. Doch je näher die beiden sich kommen, desto deutlicher kann Olivia den Menschen sehen, der Nick wirklich ist: ein verlorener Künstler, der seinen größten Traum aufgeben musste. Mit jedem Blick aus seinen mehrfarbigen Augen bringt er ihre Gefühle aufs Neue durcheinander. Und Olivia muss sich fragen, ob sie ihr Herz wirklich in seine Künstlerhände legen möchte …

Quelle: https://www.piper.de/buecher/flaming-clouds-der-himmel-in-deinen-farben-isbn-978-3-492-06251-0


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

ästhetisch

Wasserfallgefühle

melancholisch


Meine Meinung

Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen und es im Anschluss als “ästhetisch” beschrieben. Bis heute. Zuletzt habe ich “Flaming Clouds – Der Himmel in deinen Farben” von der großartigen Gabriella Santos de Lima beendet und ich beschreibe es als ästhetisch. Denn das ist es: ästhetisch, doch auch so viel mehr.

Gabriella Santos de Lima hatte mein Herz bereits in der Vergangenheit mit “Writers in New York” für sich gewonnen und dementsprechend war ich mehr als gespannt auf ihr neuestes Werk. “Flaming Clouds” ist eine New Adult Geschichte, von der ich mich letztendlich nicht mehr trennen wollte. Die Protagonistin Olivia war mir auf beinahe unheimliche Art und Weise vertraut und ich konnte jedes Gefühl und jeden Gedanken von ihr spüren. Grund dafür ist Gabys Schreibstil, auf den ich gleich nochmal sehr detailliert eingehen werde. Ich muss einfach. Doch zuvor möchte ich mich dem Plot des Buches widmen.

Wir erleben die Geschichte von Olivia, die als Flugbegleiterin arbeitet und innerhalb ihres Jobs auf Nicholas Saint James trifft, in den sie sich unweigerlich verguckt, auch wenn sie für arrogante Mistkerle eigentlich nichts übrig hat. Doch genau so wie Olivia hat auch er sein Herz mit mehreren Lagen Metall gestählt. Sie kommen sich näher und Olivia, die zur eigenen Beruhigung stets Primzahlen zählt und auch ansonsten ein Händchen für Mathematik hat, weiß plötzlich nicht wohin mit ihren Gefühlen. Ebenso Nick, der ihr seine tragische Geschichte vom verlorenen Künstler erzählt und plötzlich nicht mehr weiß, wie er ohne das Mädchen mit dem langen, braunen Haar und dem Kopf voller mathematischer Formeln existieren soll.

Es geht um Liebe, ja. Aber auch um so viel mehr. Es geht um eigene Träume, Hoffnungen, Ängste, ums Scheitern und ums Leben. Es geht darum, nicht immer nur an morgen zu denken und stattdessen im Hier und jetzt zu leben. Augenblicke zu genießen und sie festzuhalten. Das hat mich die bezaubernde Olivia gelehrt. Die Message, die sich zwischen den Zeilen ihrer Gedanken versteckt – dass es nicht gut ist, im Leben ständig nur auf etwas hinzuarbeiten um enttäuscht zu werden und sich dann ein neues Ziel zu suchen um wieder darauf hinzuarbeiten – hat mich tief in mein Herz gebrannt und wird mich wohl in den nächsten Monaten immer wieder daran erinnern, worauf es im Leben wirklich ankommt. Doch nicht nur sie, auch Nick ist ein erstaunlicher und inspirierender Charakter. Er inspiriert mich dazu, auf mein Herz zu hören und es nicht vor der Welt zu verschließen, denn das wird mich auf lange Sicht nur unglücklich machen. 

Die Geschichte von Nick und Olivia zu lesen hat mir wahren Herzschmerz bereitet. Gabriella Santos de Lima verwandelt eine auf den ersten Blick eher simpel wirkende Handlung in ein Geflecht aus Tiefgründigkeit und Melancholie, sodass es mir teilweise das Herz zerriss, die Geschichte zu lesen. Gedanken reichten mit einem Mal so tief, dass man sie beinahe nicht mehr zu fassen bekam und geben der Geschichte eine neue Dimension. Es ist, als würde man in die Köpfe der Protagonisten und gleichzeitig um die ganze Welt reisen. Jeder Ortswechsel, der mit dem Flugbegleiterin- und Pilotenaspekt einhergeht, fühlte sich an wie eine kleine Urlaubsreise und dabei reichten nur wenige, dafür wichtige Details in den gewählten Worten von der Autorin aus, um den eigenen vier Wänden gedanklich zu entfliehen. Gaby legt in “Flaming Clouds” zudem unfassbar großen Wert auf die Gedankenwelten der Protagonisten, die mit Hilfe ihres einzigartigen Schreibstil zum Leben erwachen. 

Dieser Schreibstil ist zum Niederknien schön. 

Ich hatte sowieso schon extrem großen Respekt vor Gaby und ihrem literarischen Schaffen, aber dieser Respekt hat neue Dimensionen angenommen. Ich kenne keinen anderen Schreibstil, der so künstlerisch wertvoll, poetisch und ästhetisch zugleich ist. Sie wählt jedes Wort mit Bedacht und schafft es, die Gedanken der Protagonisten unfassbar realistisch erscheinen zu lassen. Man merkt quasi, wie die Protagonisten den Blick durch einen Raum oder über einen Ort schweifen lassen und wie ihnen dabei die verschiedensten, teilweise belanglosesten Dinge einfallen. Das macht dieses Buch so echt. Die Atmosphäre, die Gaby erzeugt, ist dabei immer eine andere. Die WG mit Gabys bezaubernden Freunden hat mir immer ein Gefühl von Geborgenheit und Gemütlichkeit geschenkt, Paris gab mir Gänsehaut. Am wohlsten habe ich mich bei Nick und seiner Kunst gefühlt. 

Es ist, als sei die Zeit beim Lesen von “Flaming Clouds” stehen geblieben. Das Buch hat mich ganz nachdenklich und melancholisch gemacht und selbst, als es vorbei war, konnten meine Gedanken sich noch nicht von Nick und Olivia lösen. Und von Gabriellas Worten. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen rosafarbenen Textmarker in die Hand genommen und damit meine liebsten Zeilen und Worte markiert. Gabriella Santos de Lima ist meine Neologismen-Queen. Meine liebsten sind “Traumtodkummer” und “Wasserfallgefühle”.


Mein Fazit

Gabriella Santos de Lima hat mit “Flaming Clouds” ein Werk geschaffen, das mit keinem anderen verglichen werden kann. Die melancholisch-schöne Geschichte von Nick und Olivia wird mit ganz, ganz, ganz viel Gefühl und Feinheit erzählt und selbst lange Zeit nach dem Lesen mag man sich noch nicht von der Geschichte und dem ästhetischsten Schreibstil aller Zeiten trennen. 


Meine Bewertung: 5/5 ⭐

Ein Kommentar

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