The Light in Us | Rezension

„Sie können nie wissen, wann alles über Ihnen zusammenbricht.“

„Das ist es schon“, flüsterte sie.

Emma Scott

Informationen zum Buch

Titel: The Light in Us | Autor: Emma Scott | Genre: New Adult | Verlag: LYX Verlag| Anzahl Seiten: 413 | Erscheinungsdatum: 30.08.2019 | ISBN: 978-3-7363-1044-5| Preis: 12,90€ (Paperback)

Klappentext

Charlotte Conroy stand am Anfang einer großen Karriere als Geigerin, doch dann zerbrach ihr Leben und die Musik in ihr verstummte. Aus Geldnot nimmt sie den Job als Assistentin für einen jungen Mann an, der sein Augenlicht bei einem Unfall verloren hat. Noah Lake war Fotograf und Extremsportler, immer auf der Jagd nach dem nächsten Adrenalinrausch. Nun stößt er alle Menschen von sich, unfähig, sein Schicksal anzunehmen. Doch Charlotte ist entschlossen, ihm zu beweisen, dass das Leben noch so viel mehr zu bieten hat …

Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/the-light-in-us/id_7122493


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

gefühlvoll

wunderschön

herzerwärmend


Meine Meinung

Hach ja, ein neues Buch von Emma Scottt in meinen Händen und ich war schon den Tränen nahe bevor ich das Buch überhaupt aufgeschlagen habe. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Lyx Verlag bzw. Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, es war mir eine Freunde das Buch lesen zu dürfen!

Schon allein das Cover hat mich schwach gemacht, und das lange bevor ich mich überhaupt dem ersten Kapitel gewidmet habe. Doch noch schöner als das Cover in den zarten Schattierungen von rosa bis lila ist der Inhalt des neuesten New Adult Romans von Emma Scott.

Ich habe mich auf eine wunderschöne, berührende Geschichte eingestellt, aber ich war vollkommen unvorbereitet darauf, wie sehr mich das Buch tatsächlich mitgenommen hat. Wie der Klappentext bereits darauf hindeutet, handelt “The Light in Us” von zwei Protagonisten, die beide innerlich am Boden liegen:

Charlotte Conroy war schon immer überzeugt von dem Traum, als erfolgreiche Violinistin die Welt zu begeistern, doch der Tod ihres kleinen Bruders erstickt auch ihren Traum im Keim. Ich muss sagen, dass es mir oft schwer fällt, nachzuvollziehen, wenn Charaktere mit dem Verlust einer Schwester oder eines Bruders zu kämpfen haben – ganz einfach aus dem Grund, dass ich als Einzelkind kein Familienmitglied in der Form habe, das mir so nahe steht. Doch Emma Scott hat mir beim Lesen das Gefühl gegeben, einen ganz besonders wichtigen Teil von mir selbst verloren zu haben. 

Auch Noah hat mit Verlusten zu kämpfen, aber auf ganz andere Art und Weise. Einst bereiste er als Extremsportler auf der Suche nach dem nächsten Kick die Welt, doch ein einziger Unfall sorgt dafür, dass er sein bisheriges Leben aufgeben und ohne Augenlicht den Alltag bewältigen muss. 

Ich habe die Geschichte der beiden von der erste bis zur letzten Seite genossen. Emma Scott hat eine unbeschreiblich tolle Art, Gefühle und Atmosphären zu übermitteln. Ich habe gelitten, gelacht und tatsächlich auch geweint, habe mit Noah in Erinnerung an seine frühere Zeit geschwelgt und mit Charlotte auf eine bessere Zukunft gehofft. Wer den Klappentext gelesen hat könnte schnell meinen, die Handlung erinnert ein wenig an “Ein ganzes halbes Jahr” von Jojo Moyes, aber sie ist absolut anders und einzigartig! Charlotte ist dauerhaft hartnäckig und will sich nicht von Noahs unhöflicher, erniedrigender Art unterkriegen lassen und gibt alles, als sie anfängt als seine Assistentin zu arbeiten. Durch die Perspektivwechsel wird jedoch schnell klar, dass Noah nur so unfreundlich und abweisend ist, weil er sie vor sich selbst schützen will – klar, dass das auf Dauer nicht funktioniert. 

Hach, es hat mir wirklich das Herz zerrissen. Noah und Charlotte haben eine ganz einzigartige, innige und gefühlvolle Beziehung zueinander aufgebaut, die einfach frei von allen Klischees war. Oft kommt es in New Adult Büchern vor, dass eine Person der anderen etwas schweigt, bis es das Fass zum Überlaufen bringt und die Story erst richtig Fahrt aufnimmt, doch “The Light in Us” beweist wieder einmal, dass es auch anders funktionieren kann. Denn Noah und Charlotte reden miteinander. Sie sprechen aus, was sie denken und fühlen und wachsen, reifen an der Entwicklung ihrer Beziehung. Ganz besonders beeindruckt hat mich Charlottes Charakterstärke, ihr Mut und ihre Treue. Sie lebt und liebt mit ganzem Herzen, und das spürt der Leser auch. 

Auch Noah ist ein ganz toller Charakter wie ich finde. Anfangs erscheint er vielleicht sehr wehleidig und anstrengend, doch durch Charlotte hat er wieder den Willen zum Leben und macht eine ganz außergewöhnliche Weiterentwicklung durch. Mit der Liebe kommen nämlich auch die Alltagsprobleme und ungeklärten Fragen zurück: Wird Charlotte jemals wieder auf der Bühne stehen? Kann sie Noah dafür aufgeben? Ist es überhaupt fair, jemanden vor eine solche Entscheidung zu stellen?

Eines der wichtigsten Theme im Buch ist ganz klar Noahs Handicap als Blinder. Er hat allen Lebensmut verloren, und das wird auch ganz klar im Schreibstil deutlich. Wie Emma Scott es schafft, diese Verzweiflung und Traurigkeit zu vermitteln, ist mir immer noch schleierhaft. Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber ich hatte beim Lesen seiner Sichtweise oft das Gefühl, selbst blind zu sein. Denn in seiner Erzählperspektive gibt es keine Farben mehr. Er kann nur noch erzählen, was er fühlt, hört und riecht, aber in seinem Inneren herrscht durch das fehlende Augenlicht nur noch Dunkelheit. Solange, bis Charlotte kommt. Sie bringt das Licht zurück in sein Leben und ihr Lieben, ich kann es nicht anders sagen – ich habe mit ganzem Herzen gefühlt, war voll dabei und werde diese Geschichte mit Sicherheit immer im Herzen tragen. 


Mein Fazit:

“The Light in Us” solltet ihr euch nicht entgehen lassen – vor allem nicht, wenn ihr auf der Suche nach einem Buch mit ganz viel Gefühl und ohne Klischee seid. Charlotte und Noah sind zwei ganz besondere, liebenswerte Menschen, die zu begleiten ganz wundervoll für mich war. Ein Jahreshighlight! 


Meine Bewertung: 5/5 ⭐

One Comment

  1. Ruth

    Ohh, das klingt toll! Ich lese eigentlich sehr wenig New Adult (Klischees sind nämlich nicht so meins), aber bei „The Light in Us“ überlege ich echt, dem Genre mal wieder eine Chance zu geben.
    Liebe Grüße
    Ruth

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