Falling Skye | Rezension

Ich streiche nochmal über mein Handgelenk und stelle mir das feine R vor, das man mir in zwei Jahren mit weißer Tinte dort stechen wird. Dann wird uns nichts mehr im Weg stehen.

Lina Frisch

Informationen zum Buch

Titel: Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen? | Autor: Lina Frisch | Genre: Jugendbuch/Dystopie | Verlag: Coppenrath Verlag | Anzahl Seiten: 464 | Erscheinungsdatum: 13.1.2020 | ISBN: 978-3-649-63344-0| Preis: 20,00€ (Hardcover)

Klappentext

Nach einer großen Katastrophe sind die USA zu den Gläsernen Nationen geworden. Endlich ist Schluss mit Diskriminierung, Populismus und impulsiven Entscheidungen! Die Menschen werden in Ratio oder Senso eingeteilt – und zu ihrem eigenen Schutz unterliegen die Emotionalen strengen Auflagen. Als die 16-jährige Skye zu ihrer Testung einberufen wird, ist sie überzeugt, als mustergültige Rationale erkannt zu werden, der eine glänzende Zukunft bevorsteht. Doch die Prüfungen sind verstörend, und Skye fragt sich immer häufiger, welchem Zweck sie in Wahrheit dienen. Wer ist der mysteriöse Testleiter, der ihr auf Schritt und Tritt folgt? Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen? Zu ihrem Entsetzen muss Skye erkennen, wer in den Gläsernen Nationen den Preis für die neue Ordnung zahlen soll: sie selbst …

Quelle: https://www.spiegelburg-shop.de/produkt//63344/falling-skye-bd-1-kannst-du-deinem-verstand-trauen/


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

spannend

hinterfragend

abwechslungsreich


Meine Meinung

Ein neues Buch im Dystopie-Bereich für Jugendliche! Yay! Lina Frisch hat mit ihrem Debütroman „Falling Skye“ ein Buch geschaffen, das Leser zum Hinterfragen von Systemen und Ideen bringt und ich freue mich schon, jetzt meine Meinung zu der Geschichte mit euch teilen zu können. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an den Coppeenrath Verlag für das Leseexemplar, das mich erreicht hat!

„Falling Skye“ entführt den Leser in eine Welt, in der die USA nicht mehr die USA, sondern die sogenannten Gläsernen Nationen sind. Die Neuorganisation wirbt mit einem Ende von Chaos und Zerstörung. Die Garantie: eine Einteilungsmaßnahme, bei der die Bevölkerung in Senso und Ratio eingeteilt wird. Während zur Gruppe Ratio die rationalen, kaltherzigen und analytischen Menschen zählen, schreibt man Sensos Begrifflichkeiten wie Emotionen und Empathie zu. Skye, unsere 16-jährige Protagonistin, glaubt an dieses System und die damit gesicherte Zukunft voll von Ordnung und Gleichheit, denn sie selbst ist eine Rationale und sieht sich selbst an einer der berühmtesten Universitäten für Rationale studieren, um später sehr erfolgreich und einflussreich zu werden. Früher als eigentlich vorgesehen wird sie dann zur Testung einberufen – dem Ort, an dem Jugendliche den Sensos oder Ratios zugeordnet werden. Voller Entsetzen sieht Skye sich dort plötzlich konfrontiert mit einer Welt, die überhaupt nicht die ist, an die sie immer geglaubt hat. Mysteriöse Dinge geschehen und Skyes ideales Konzept droht, in sich zusammenzufallen.

Schon alleine die Idee dieser Geschichte hat mich gepackt, lange bevor ich überhaupt zu lesen anfangen habe. Zukunftsszenarien unserer Welt haben mich schon immer begeistert und so war ich hochmotiviert, auch die Ideen von Lina Frisch kennenzulernen. Und ihre Ideen sind richtig gut, muss ich sagen! Das System, in dem die Menschen eingeteilt werden, hat mich schnell in ihren Bann gezogen, doch „Falling Skye“ kann noch mit so viel mehr als nur einer guten Weltidee überzeugen.

Gleich zu Beginn lernt Skye und ihren Alltag in den Gläsernen Nationen kennen, und es wird schnell klar, was für eine ehrgeizige und interessante Protagonistin ist. Entgegen meiner Erwartungen dauerte es eine Weile, bis inhaltlich überhaupt die Rede von der Testung ist, und auch hier wurde schon entgegen meiner Erwartungen direkt ein Spannungsbogen aufgebaut, denn Skye tut etwas, das ganz und gar nicht zu ihrer rationalen Art gehört – zu der Art der Rationalen, der sie gerne sein möchte. Für sie gab es nie etwas anderes als das Leben als Rationale, und die Erinnerungen an emotionale Taten, die sie zu verdrängen versucht, zerbrechen ihr den Kopf.

Der Handlungsverlauf war durchweg abwechslungsreich und vor allem immer spannend gehalten. Gleich zu Beginn tauchen erste Mysterien auf: plötzlich bekommt die Geschichte eine zusätzliche Perspektive, es geschehen eigenartige Dinge und während der Testung ist man vor nichts und vor allem niemandem sicher. In Sicherheit sollte man sich während er sogenannten Kristallisierung also niemals wiegen.

Besonders gut gefallen neben dem ständigen Spannungsbogen hat mir die Anregung im Buch gefallen, selbst nachzudenken. So, wie Skye allmählich an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln beginnt, fängt man auch als Leser an, die Einteilung der Sensos und Ratios anzuzweifeln, über den Tellerrand zu schauen und über Alternativen nachzudenken. Ist das wirklich richtig so? Geht das überhaupt, Menschen in eine Kategorie zu drängen? Ist es gerechtfertigt, emotionalen Menschen die Karriere als Arzt oder Anwalt zu verwehren?

Diese Gedankengänge werden begleitet von einem äußert flüssigen und jugendfreundlichen Schreibstil, der leicht und schnell zu lesen ist. Vor allem während der einzelnen Testungsphasen war es besonders spannend und interessant zu verfolgen, wie die Mädchen Buch in Gruppen eingeteilt werden, welche Aufgaben ihnen bevorstehen und wie sie diese bewältigen werden. Mit jeder Aufgabe und jedem neuen Ergebnis, bei dem Skye oft gerade so noch ihrem R für Rationalität treu bleibt, entwickelt sie sich weiter, erfährt neue Geheimnisse und wird vor neue Rätsel gestellt. So stellt Skye selbst für mich eine richtig tolle Jugendbuchprotagonistin dar. Sie beweist Mut und im Verlauf der Geschichte auch, selbstständig zu denken und zu handeln, sich von Idealen zu lösen und aus den Klauen von Ängsten zu befreien.

Nun bin ich schon sehr gespannt, wie die Geschichte im Herbst 2020 fortgeführt wird. Besonders auf die Entwicklung der aufkommenden Liebesgeschichte bin ich gespannt, da mich diese im ersten Band hier noch nicht ganz von sich überzeugen konnte.


Mein Fazit

Mit einem ernsten Unterton hat Lina Frisch einen ganz tollen Debütroman geschaffen, der nicht nur eine große Portion Spannung parat hält, sondern auch die Ermutigung für Leser, Tatsachen zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich bin positiv überrascht von der Geschichte, die mich fest gepackt und Lust auf mehr gemacht hat und kann sie allen empfehlen, die Lust auf ein leicht zu lesendes und spannendes, dystopisches Abenteuer haben!


Meine Bewertung: 4/5 ⭐

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