A Wish for us | Rezension

Seine Küsse waren wie Farbexplosionen in der Dunkelheit, seine Liebe wie Musik in einer stummen Welt.

Tillie Cole

Informationen zum Buch

Titel: A Wish for Us | Autor: Tillie Cole | Genre: New Adult | Verlag: Lyx | Anzahl Seiten: 446 | Erscheinungsdatum: 31.01.2020 | ISBN: 978-3-7363-1135-0 | Preis: 12,90€ (Paperback)

Klappentext

Cromwell Dean ist der erfolgreichste Musiker Europas. Mit gerade einmal neunzehn Jahren liegt ihm die Welt zu Füßen – doch seine Musik bedeutet ihm insgeheim nichts. Um sein Talent nicht weiter zu verschwenden, beginnt er ein Musikstudium in den USA, wo er Bonnie Farraday kennenlernt. Ehrgeizig und von Musik begeistert könnten das Mädchen aus einfachen Verhältnissen und Superstar Cromwell unterschiedlicher nicht sein. Doch als sie für ein Kompositionsprojekt zusammengesetzt werden, regen sich nicht nur Gefühle in Cromwell, die er noch nie gespürt hat, sondern auch eine alte Sehnsucht, die mit aller Macht vergessen bleiben muss. Auch wenn es ihn seine Liebe zu Bonnie kosten könnte …

Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/a-wish-for-us/id_7506250


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

emotional

spannend

berührend


Meine Meinung

Kennt ihr diese Bücher, die einen wahnsinnig großen Hype auslösen? Kaum ist es erschienen, liest es auf einmal jeder, außer ihr? Und irgendwie findet es auch jeder gut?

Genau so ein Buch ist „A Wish for Us“. Ich würde vermuten, dass es Bücher gibt, die noch größere Hypes ausgelöst haben, aber innerhalb der Zone, in der ich mich auf Instagram aufgehalten habe, hat es fast jeder in der Kamera gezeigt. Lange hat es gebraucht, bis auch ich zu dem Buch gegriffen habe. Bei Hype-Büchern lese ich sie meist während des Hypes, oder, wenn ich das verpasse, lange Zeit später. Und wieder einmal frage ich mich, warum ich es nicht früher gelesen habe.

Es tut mir leid, dass der letzte Rezensionssonntag ausfallen musste. Renovierungsarbeiten bei mir daheim haben jegliche Freizeit verpuffen lassen, aber jetzt ist es soweit und ihr bekommt die Rezension. Viel Spaß beim Lesen!

Wenn ich ehrlich bin, habe ich von „A Wish for Us“ gar nicht allzu viel erwartet. Ich ging davon aus, mich auf eine angenehme Geschichte vom bekannten Weltstar und einem unscheinbaren Mauerblümchen einzulassen. Euch sei gesagt: damit lag ich eindeutig falsch. Es ist ziemlich schwer, diese Rezension zu schreiben, weil gerade das, was man vom Klappentext her noch nicht über das Buch weiß, das Buch so gut macht. 

Zu Beginn des Lesens hatte ich ein paar kleine Startschwierigkeiten. Ich schätze, es liegt daran, dass das Buch auf ganz andere Art und Weise erzählt wird als andere New Adult Bücher. Es gibt keinen klassischen Start sinngemäß „Mädchen zieht in eine andere Stadt und geht dort ans College, um alles aus der Vergangenheit hinter sich zu lassen“, stattdessen sieht der Ausgangspunkt ganz anders aus. Cromwell, der männliche Protagonist, ist es, der die Geschichte beginnt. Er ist derjenige, den wir als Leser begleiten. Das war für mich zunächst verwirrend, im Verlauf der Geschichte aber überraschend toll! Auch, wenn ich auf den ersten 50 bis 100 Seiten noch nicht ganz warm mit ihm und seiner Art geworden bin, hat sich meine Sichtweise auf ihn und das Buch später um 180 Grad gedreht. 

Denn wie bereits erwähnt, wird die Handlung in „A Wish for Us“ mit einem Mal ernst. Bonnie taucht in Cromwells Leben auf – sie haben sich bereits einmal in England getroffen und müssen nun ein Projekt im gemeinsamen Musikkurs abliefern. Keiner von ihnen hat großartig Lust, sich auf den anderen einzulassen. Ihre Musikstile sind verschieden – Bonnie liebt Klassik, er ist für EDM geboren – und Cromwell lehnt jeden Versuch von Bonnie ab, ihm näher zu kommen. Ach, ich würde hier so gerne schreiben, was alles passiert, aber ich möchte euch auch nicht die Freude am Lesen nehmen! (Denn ihr müsst es lesen, unbedingt!)

Fakt ist, dass Bonnie diejenige ist, die letztendlich herausfindet, was in Cromwell vor sich geht, was ihn bewegt und was ihn so abweisend macht. Die Musik wird zum Hauptthema der Geschichte und zur Verbindung zwischen Bonnie, Cromwell und dem Leser. Mir persönlich hat die Art der Einbindung der Musik in die Geschichte sehr gut gefallen. Tillie Cole versteht es, wie man den Leser sämtliche Musikinstrumente während des Lesens hören lässt und wie man einen Leser dazu bringt, Lieder zu hören, die nur innerhalb eines Buches existieren. Das ist für mich Schreibkunst der hohen Sorte, wenn jemand so etwas kann, bin ich begeistert! Und das bin ich wirklich. Die Liebesgeschichte ist die eine Hälfte, von der das Buch lebt – die andere Hälfte besteht aus Musik. Wunderschöner Musik, die ich in meinen Gedanken gehört habe. Musik, die ich jetzt liebend gerne abspielen würde. Allgemein ist Tillie Coles Schreibstil sehr angenehm und flüssig zu lesen, sodass ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt habe – zumindest solange, bis mich die Geschichte innerlich zerrissen hat. 

Zerrissen hat es mich wegen Cromwell. Dieser undurchsichtige Typ mit den Piercings und Tattoos. Zunächst konnte ich ihn nicht allzu gut leiden, aber das legt sich mit der Zeit. Man lernt als Leser, mit ihm und seiner Art umzugehen und dadurch, dass er Bonnie und sich selbst gegenüber nach und nach seine Gefühle eingesteht, kann man nicht anders als ihn toll zu finden. Dazu kommt noch, dass er eine ganz besondere Eigenart hat, die nach und nach offenbart wird. Ich möchte euch nicht verraten, worum es sich dabei handelt. Ich kann euch nur sagen, dass die Thematik das Buch nur noch umso gefühlvoller und intensiver erscheinen lässt und dass ich diese Thematik schon immer unheimlich interessant fand! Generell habe ich mich beim Lesen vor allem mit Cromwell verbunden gefühlt. Ich habe seinen Schmerz gespürt, habe mit ihm gehofft und gemeinsam mit ihm vergangene Taten bereut. Auch Bonnie ist mit ihrer Stärke und ihrem Willen, ihrer liebevollen Art und sanftmütigen Seite eine tolle Protagonistin, doch Cromwell konnte mich viel mehr in seinen Bann ziehen. Er ist für mich wirklich ein unfassbar toller Protagonist! Aber wie es immer so ist: man leidet immer am meisten mit denen, denen man besonders nahe steht…

„A Wish for Us“ ist eine Mischung aus Vorhersehbarkeit und Überraschung. Das klingt zunächst widersprüchlich, doch so ist es tatsächlich. Es gab einen Punkt innerhalb des ersten Drittels der Geschichte, an dem sich bei mir eine Ahnung bezüglich des Endes des Buches entwickelte. Ich war mir sicher zu wissen, wie die Lovestory ausgehen würde und habe dann absolut nicht mit der Woge an Wendungen gerechnet, die danach auf mich zukam. Bis zur letzten Seite hielt sich die Spannung und meine Verzweiflung darüber nicht zu wissen, wie alles enden wird. Ich musste mit Mühe das Bedürfnis unterdrücken, zur letzten Seite vorzublättern, um nicht mehr unter der Aufregung „leiden“ zu müssen. Das beschreibt es sehr gut – zu sehen, was Bonnie und Cromwell durchmachen, ist schmerzhaft. Auf den letzten 80 Seiten war mein Gesicht beinahe dauerhaft nass von vielen, vielen Tränen. Als ich mit dem Lesen begonnen hatte, habe ich nicht einmal ansatzweise für möglich gehalten, dass mich die Geschehnisse so mitnehmen würden. Letztendlich gehört „A Wish for Us“ zu den Büchern, dank denen ich mich nach der letzten Seite völlig erschöpft fühlte. Erschöpft, krank und müde. Das Ende, für mich persönlich grausam und schön zugleich, hat mich mehr mitgenommen als gedacht. Noch Tage später irrte die Handlung durch meinen Kopf – ein Beweis dafür, wie gut dieses Buch ist.


Mein Fazit

Ich habe das Gefühl, nicht die perfekten Worte zu finden, um zu erklären, wie toll ich „A Wish for Us“ finde und wie sehr mich die überraschend tiefgründige, spannende Geschichte aus der Feder von Tillie Cole mitgenommen hat. Cromwell und Bonnie haben der Geschichte eine Seele gegeben, doch die Musik ist das Herz der Handlung. Ohne die tolle Umsetzung und Übertragung der Musik unbedingt all ihrer Gefühle wäre das Buch längst nicht so gut. Ich kann es euch definitiv ans Herz legen – ihr dürft nur nicht vergessen, euch Taschentücher bereit zu legen!


Meine Bewertung: 4,5/5 ⭐

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