Für uns macht das Universum Überstunden| Rezension

Seine Augen huschten durch den Raum, bis er mich entdeckte. Und er grinste mich an. Sein Herz in den Augen. Er war mehr als großartig. Er war alles.

A. Meredith Walters

Informationen zum Buch

Titel: Für uns macht das Universum Überstunden | Autor: A. Meredith Walters | Genre: Roman | Verlag: BOLD bei dtv | Anzahl Seiten: 400 | Erscheinungsdatum: 24.07.2020 | ISBN: 78-3-423-23014-8  | Preis: 12,90€ (Paperback)

Klappentext

Ellie und Flynn. Täter und Opfer. Eine unmögliche Liebe?

Ellie hat keine Zukunft und verdient es auch nicht anders: Als Jugendliche war sie mit ihrer Clique für den Brand im Haus ihres Mitschülers Flynn verantwortlich. Sie wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, Flynn verließ die Stadt. Doch jetzt, sechs Jahre später, taucht er wieder auf – Flynn, der Freak mit Asperger. Und Ellie muss sich eingestehen, dass da ihm gegenüber nicht nur Schuld ist, sondern so viel mehr. Sie ist in ihn verliebt. Und war es auch damals schon. Nur konnte sie vor ihrer Clique nicht zu ihm stehen. Als Flynn ihre Gefühle erwidert, muss Ellie sich fragen: Ist sie stark genug für diese Liebe?

Quelle: https://www.dtv.de/buch/a-meredith-walters-fuer-uns-macht-das-universum-ueberstunden-23014/


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

bedrückend

verstörend

real


Meine Meinung

Meine Lieben, ich wünsche euch einen tollen Sonntag und hoffe, dass ihr etwas entspannen und den Tag mit einem guten Buch genießen könnt.Es ist wieder einmal eine Woche rum und das bedeutet, dass ich wieder eine Rezension für euch parat habe. „Für uns macht das Universum Überstunden“ hat mich trotz gerade einmal 400 Seiten über fast zwei Wochen hinweg begleitet, was eigentlich nur daran liegt, dass ich schulisch unheimlich viel zu tun hatte.

Jetzt, wo ich das Buch beendet habe, fällt es mir unfassbar schwer, es zu bewerten. Einerseits bin ich irgendwie froh darüber, dass ich es beenden konnte, doch andererseits lässt es mich nicht ganz los. Warum das so ist, erkläre ich gleich.

Zuerst einmal muss ich gestehen, dass ich auf dieses Buch vor allem wegen des unbeschreiblich schönen Covers aufmerksam geworden bin. Ich fühlte mich von ihm angezogen wie eine Motte vom Licht und kam nicht umhin, es unbedingt lesen zu wollen. Es verbreitet mit den rosigen Tönen, die an einen Sonnenuntergang erinnern, ein wunderbares Flair, doch die Kombination mit den Wolken und dem Wasser lösten schon beim Kaufen in mir etwas wie Wehmut und Melancholie aus. Diese eher negativen Emotionen passten dann letztendlich auch gut zum Inhalt des Buches. 

Dieser Inhalt ist nämlich weniger fröhlich denn traurig. Es geht um das Leben der Ellie McCallum, die aufgrund einer schlimmen Tat in ihrer Jugend zwei Jahre im Jugendgefängnis verbringen musste und seitdem ein Leben auf Bewährung führen muss. Sie gehört zu den Menschen, von denen man behaupten könnte, sie seien auf die falsche Bahn geraten und hätten ihren Weg nie zurück gefunden – noch nicht, zumindest. Denn Ellies Leben verändert sich von einem Schlag auf den anderen, als Flynn wieder in ihrem Heimatort auftaucht. Flynn ist derjenige, der unter Ellies Verhalten in der Jugend leiden musste und der auch unweigerlich mit ihrer Zeit im Jugendgefängnis in Verbindung steht. Er müsste eigentlich alles andere wollen als ihr jemals wieder zu begegnen und doch laufen er und Ellie sich immer wieder über den Weg.

Wenn ich zur Geschichte des Buches komme, muss ich sagen, dass sich der Inhalt generell ganz anders aufgebaut hat als von mir erwartet. Aufgrund des Klappentextes dachte ich, die Handlung wäre eventuell aufgeteilt in die Vergangenheit und die Gegenwart, wobei die Vergangenheit zuerst wie ein abgeschlossener Komplex behandelt werden würde. Stattdessen erhielt ich eine Geschichte, die vor allem in der Gegenwart spielte und währenddessen immer wieder ein paar Einblicke in die Vergangenheit enthielt. Das ist im Grunde genommen nicht schlecht, doch ich hatte Schwierigkeiten beim Lesen einige Zusammenhänge zu erkennen und musste beinahe bis zum Ende des Buches warten, um alles genau zu verstehen. 

Was mir an dem Handlungsaufbau gut gefallen hat ist, dass die Entwicklung von Ellie sehr nachvollziehbar scheint. Die anfangs unheimlich verbitterte und von Feindseligkeit erfüllte Protagonistin wandelt sich, je mehr Zeit sie mit Flynn verbringt, nach und nach und wird mir trotz anfänglicher Probleme am Ende doch etwas sympathisch. Mein kleiner Goldschatz ist Flynn, denn er ist leider die ausnahmslos einzige Person in der Geschichte, die ich ehrlich mochte. Ellies restlichen Freundeskreis kann man eigentlich nicht wirklich „Freundeskreis“ nennen und das sagt eigentlich schon alles darüber, was ich von ihrer Clique gehalten habe. Ich hätte mir sogar gewünscht, ein paar Kapitel aus seiner Sicht lesen zu können, weil ich mich mehr als einmal in einigen Situationen gefragt habe, was er wirklich denkt. Flynn hat vorrangig mein Mitleid erregt und meine Wut auf Menschen, die nichts anderes im Leben zu tun zu haben als andere Personen zu beleidigen und sich an deren Leid zu erfreuen. 

Die Liebesgeschichte von Ellie und Flynn ist schön. Ich mag es, dass das Buch nicht nur aus der Entwicklung der Liebesgeschichte bestand, sondern den Fokus vor allem auf Ellies persönliche Entwicklung gerichtet hat. Bezüglich der Liebesgeschichte frage ich mich nur, wie realistisch es ist, dass Täter und Opfer sich wirklich lieben können. Für das Buch war es also schön, doch an dem Realitätsgehalt wage ich leider zu zweifeln. 

Generell halte ich das Buch dennoch für sehr wichtig und würde mir wünschen, dass es mehr Menschen kennen. Ich betrachte „Für uns macht das Universum Überstunden“ sowohl mit Traurigkeit als auch mit Nachdenklichkeit. Dass es mir wirklich gefallen hat, kann ich nicht sagen. Wie kann einem ein Buch gefallen, das vor allem geprägt ist von Trauer, Wut und Schmerz? Viel Freude und Positivität kommen hier leider nicht auf. Vielmehr ist es so, dass das Buch zum Nachdenken anregt und einem die Realität vor Augen führt bezüglich dessen, wie manche Menschen Leben und was für ein Verhalten einige sich erlauben. 

Wichtig zu erwähnen ist, dass das Buch sehr viele ernste Thematiken anspricht und ich denke, dass daher vielleicht sogar eine Triggerwarnung angebracht gewesen wäre. Nicht nur, dass einer der Protagonisten das Asperger Syndrom hat, es kommen auch viele andere Themen hinzu wie toxische Beziehungen, Bindungsstörungen im Kindesalter, Jugendgefängnis, Mobbing, Drogen und Alkohol. Es ist meiner Meinung nach sehr gut, dass hier so viele Themen angesprochen werden, doch insgesamt zog mich das Gewicht der vielen bedrückenden Emotionen ziemlich herunter und ich war dann doch irgendwie froh, es beenden zu können.


Mein Fazit

Alles in allem hat mich der Plot von „Für uns macht das Universum Überstunden“ gedanklich ziemlich beschäftigt und ich denke, dass es sich nicht unbedingt als Buch eignet, das schnell mal an einem Nachmittag wegliest. Vielmehr muss man es auf sich wirken lassen und sich mit den präsentierten Themen auseinandersetzen, die alle sehr realitätsnah behandelt werden. Trotz ein paar Schwächen ist „Für uns macht das Universum Überstunden“ ein gutes Buch, dem vor allem wegen der behandelten Themen Beachtung geschenkt werden sollte.


Meine Bewertung: 3/5 ⭐

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