Cassardim #1 – Jenseits der goldenen Brücke | Rezension

Wenn ich euch einen guten rat geben dürfte: Wir Cassarden verlieren unser herz nur ein einziges Mal, also überlegt euch gut, an wen Ihr es verschenken wollt – es könnte für die Ewigkeit sein.

Julia Dippel

Informationen zum Buch

Titel: Cassardim – Jenseits der Goldenen Brücke | Autor: Julia Dippel | Genre: Jugendfantasy | Verlag: Planet! bei Thienemann Esslinger | Anzahl Seiten: 528 | Erscheinungsdatum: 17.10.2019 | ISBN: 978-3-522-50645-8 | Preis: 17,00 € (Hardcover)

Klappentext

Gefährlich, überraschend und fesselnd – willkommen in Cassardim!

Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.

Quelle: https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/jenseits-der-goldenen-bruecke-isbn-978-3-522-50645-8


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

unterhaltsam

anders

abenteuerlich


Meine Meinung

Meine Lieben, es hat mal wieder eine Weile gedauert, aber ich kann euch endlich wieder eine Rezension zu einem Buch geben! Heute ist mein erster Ferientag der Winterferien und ich freue mich, in den nächsten Tagen etwas entschleunigen und die eine oder andere Baustelle daheim aufräumen zu können. Die heutige Rezension zu „Cassardim – Jenseits der Goldenen Brücke“ ist längst überfällig aber: Besser spät als nie!

„Cassardim – Jenseits der Goldenen Brücke“ ist der Auftakt einer Jugend-Fantasy Reihe und wenn ich nicht ungefähr Tausendmal von Menschen aus der zauberhaften Bookstagram Community genervt worden wäre, hätte ich mir das Buch wohl in zehn Jahren immer noch nicht zugelegt. Schande über mich, aber mein Hauptproblem war das Cover. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass mir das Mädchen auf dem Cover und allgemein die braune Gestaltung leider gar nicht zugesagt haben. Die Außengestaltung hat ,mich regelrecht abgeschreckt und ich hatte die Befürchtung, dass sich hinter alldem nur eine 08/15 Jugendgeschichte verbirgt. Wie ich mich getäuscht habe. Da ich zugehäuft wurde von Nachrichten á la „Das ist ein Jahreshighlight!“, „Du wirst es lieben!“ und „Der Typ im Buch hat sowas von Bookboyfriend-Potential!“, habe ich mich letztendlich hinreißen lassen. Und was soll ich sagen – es hat sich definitiv gelohnt.

In „Cassardim“ (den Buchtitel betont man, wie ich inzwischen gelernt habe, auf dem „i“) geht es um Amaia, die gemeinsam mit ihren Geschwistern aus ihrem normalen Alltag in eine völlig andere, zunächst bizarr erscheinende Welt gerissen wird. Vorher war in Amaias Familie sowieso schon einiges unnormal – ihre Eltern waren irgendwie immer komisch, ihren Geschwistern sieht sie so gar nicht ähnlich und obendrauf ist sie schon über 100 Jahre alt und sieht immer noch aus wie ein 16-jähriges Mädchen! Für diese und viele weitere Mysterien findet sie in der neuen Welt – Cassardim – nun endlich Antworten. Und gleichzeitig tauchen ungefähr hundert weitere Fragen auf. 

Was die Handlung betrifft, gefällt mir „Cassardim“ ziemlich gut. Der Anfang der Geschichte war für mich etwas holprig und erinnerte noch ziemlich stark an den klassischen Handlungsverlauf eines Jugendbuchs, aber spätestens ab der zweiten Hälfte konnte ich meine Begeisterung nicht mehr zurückhalten. „Cassardim“ ist vorrangig ein sehr abenteuerliches, spannendes und fantasievolles Buch, das sehr jugendliche Züge hat, aber trotzdem meiner Meinung nach gut geeignet für ältere Leser ist. Ich habe besonders großen Gefallen an der Mischung aus Fantasie, Romantik und Spannung gefunden und freue mich deshalb umso mehr auf Band 2. Ich teile die Ansicht, dass es bestimmt weitaus komplexere Geschichten mit mehr Tiefgang gibt, aber die Handlung hat mich wirklich sehr gut unterhalten! Besonders die Wandlung von einer „simplen“ Geschichte zu etwas ganz besonderem hat mich begeistert und die Plottwists habe ich teilweise absolut gar nicht vorhersehen können.

Ich schätze, was „Cassardim“ für mich so toll macht, ist allem voran das Worldbuilding. Ich habe es geliebt, wirklich geliebt, wie Julia Dippel die Leser in die Welt entführt hat, wie man jedes kleinste Detail entdecken und sich darin verlieren konnte. Es war toll, gedanklich genau so große Augen zu machen wie Amaia, als sie zum ersten Mal diese andere Welt erblickte. Die braune Farbe des Covers ergibt nun überdeutlich Sinn und ich schaue es nicht mehr an, nur um meinen Blick sofort wieder auf etwas anderes zu richten, sondern reise in Gedanken zurück nach Cassardim. Die gesamte Welt erscheint mir fantastisch und gleichzeitig authentisch, realistisch. Ich bin mit Amaia auf einem kleinen Boot gereist, über einen Parkettboden gegangen, durch Gassen gerannt und über den Wolken verschwunden. 

„Cassardim“ beinhaltet eine Schar von Charakteren, die alle ihre Besonderheiten haben und das Buch zu einem Ganzen machen. Ich finde es faszinierend, wie unfassbar gut ich mir alle Gesichter vorstellen konnte und wie schnell Julia Dippen den Figuren Leben eingehaucht hat. Amaia mochte ich als Protagonistin ganz gerne. Der Humor liegt ihr im Blut, weshalb die gesamte Geschichte auch ziemlich humorvoll erzählt wird. Wenn ich ehrlich bin, hat mich das ziemlich gestört – nicht, weil ich unterhaltsame Geschichten nicht mag, sondern, weil ich mir für „Cassardim“  eine ernstere Stimmung gewünscht hätte. Über das gesamte Buch hinweg hat Amaia eine ziemlich spitze Zunge, die mich manchmal ein wenig genervt hat, aber insgesamt überzeugten vor allem ihr Scharfsinn und ihre Herzlichkeit. Auch ihre Geschwister haben es mir alle mit ihren Eigenheiten angetan, allen voran dabei Amaias kleiner Bruder Moe. Über die Geschwister selbst hätte ich gerne noch mehr erfahren und sie noch besser kennengelernt, aber vielleicht darf ich das ja noch in Band 2. Am meisten begeistert war ich natürlich von Noár, DEM Bookboyfriend, wenn man den Nachrichten trauen kann, die mich erreichten, als ich das Buch gelesen habe. Wie viele andere Leser sicherlich auch, habe ich mich über jede einzelne Szene gefreut, in der er auch eine tragende Rolle gespielt hat. Von Herzen habe ich mir gewünscht, dass er und Amaia zusammenfinden! Leider muss ich dennoch gestehen, dass die Liebesgeschichte für mich das Buch ein wenig abgewertet hat. Ich hätte so gerne mit Amaia und Noár mitgefiebert, aber die Lovestory wirkte auf mich persönlich vor allem am Ende des Bandes sehr erzwungen, als MÜSSTE da jetzt etwas passieren, obwohl die beiden Charaktere noch gar nicht soweit sind. Mir hat leider die Tiefe und Intensität gefehlt, die ich mir in ihrer Beziehung so gewünscht habe, zumal der Rest der ganzen Handlung ebenso intensiv und gewaltig ist. Das ist schade, aber ich habe die Hoffnung, dass die Funken zwischen Amaia und Noár in Band 2 glaubwürdig und heftig sprühen werden!


Mein Fazit

„Cassardim – Jenseits der Goldenen Brücke“ entführt Leser in eine magische, fantasievolle und meiner Meinung nach absolut authentische Welt. Ich bin extrem begeistert von dem Worldbuilding und der Art und Weise, wie Julia Dippel Leser mit ihrer Geschichte mitreißt. Ich bin etwas traurig darüber, dass mir die für mich viel zu gezwungen und plötzlich erscheinende Liebesgeschichte die Begeisterung für die gesamte Story etwas genommen hat, aber ich habe die Hoffnung, dass ich auf etwas mehr Intensität in Band 2 setzen kann. Für Fantasy-Leser und solche, die es noch werden wollen, ist das Buch eine klare Empfehlung meinerseits!


Meine Bewertung: 4/5 ⭐

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