Everything we had | Rezension

Zu heilen bedeutet nicht, dass der Schaden nie angerichtet wurde und nicht existiert. Es bedeutet aber, dass das, was passiert ist, nicht unser leben kontrolliert.

Jennifer Bright

Informationen zum Buch

Titel: Everything we had | Autor: Jennifer Bright | Genre: New Adult | Verlag: Forever by Ullstein | Anzahl Seiten: 400 | Erscheinungsdatum: 03.05.2021 | ISBN: 978-3-95818-609-5 | Preis: 12,99€ (Paperback)

Klappentext

Offen, optimistisch, lebensfroh – das ist Kate. Bis ein einziger Tag ihr Innerstes zerstört. Traumatisiert bricht sie das College in London ab und zieht sich zurück. Nur eines hält sie aufrecht: ihr Traum vom eigenen Café. Als sie die Chance bekommt, einen kleinen Laden in London zu mieten, setzt sie alles auf eine Karte. Doch sie hat die Rechnung ohne Aiden gemacht. Der Neffe der Inhaberin möchte das Geschäft in einen Buchladen verwandeln. Kate hat keine Wahl, als mit Aiden zusammenzuarbeiten. Dabei kommen sie einander gefährlich nahe. Doch Kate kann es sich nicht leisten, dass jemand einen Blick hinter ihre Fassade wirft und entdeckt, dass ihre Seele in Scherben liegt …

Quelle: https://forever.ullstein.de/book/everything-we-had/


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

Regentropfen

Vertrauen

Heilen


Meine Meinung

Ihr Lieben, ich kann kaum glauben, dass jetzt hier schreiben zu können, aber ich habe tatsächlich endlich meine Abiturprüfungen absolviert und kann jetzt nach vielen Wochen, in denen ich von morgens bis abends gelernt habe, wieder frei atmen. Nach diesen vielen Tagen, an denen ich das Gefühl hatte, in einer Zeitschleife festzustecken, gönne ich mir im Moment einiges an Ruhe und sehr viel Zeit für mich selbst. Ich hoffe (und bin auch sehr zuversichtlich), dass in den nächsten Wochen wieder regelmäßig Rezensionen auf diesem Blog auftauchen werden und kann es kaum erwarten! Heute habe ich eine Rezension zu einem Buch für euch, dass ich gleich an meinem ersten Tag nach der letzten Abiturprüfung ausgelesen habe – „Everything We Had“ von Jennifer Bright. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag und bei ehrlich&anders für das Rezensionsexemplar bedanken. Es war mein erstes Buch von der lieben Jenny, die auf Instagram auch als Buchbloggerin unterwegs ist, und mit absoluter Sicherheit nicht mein letztes. 

Ich habe alles an „Everything We Had“ geliebt – wirklich alles. 

Das Buch hat mich einerseits geerdet und mir das Gefühl von Geborgenheit gegeben, andererseits aber auch seelisch aufgewühlt und dazu gezwungen, mit der Protagonistin mitzufühlen und gemeinsam mit ihr zu weinen – und zu heilen. Ich habe lange, wirklich lange nicht mehr so sehr mit einem fiktiven Charakter mitgefühlt wie hier und das macht das Buch großartig. 

Schon allein das Cover von „Everything We Had“ strahlt das aus, was die Geschichte zu bieten hat – Ruhe, Zartheit und Harmonie. Ich finde, dass es den Inhalt und den Grundton des Buches so wunderbar widerspiegelt und noch dazu könnte ich es, eben weil es verspielt und gleichzeitig zart ist, unendlich lang ansehen. 

„Everything We Had“ lebt von einer Atmosphäre, in die ich mich ohne Bedenken immer wieder fallen lassen würde. Stellt euch vor, ihr sitzt in einem unfassbar gemütlichen Café. Draußen prasselt der Regen gegen die Scheiben, im Hintergrund spielt leise, unaufdringliche Klaviermusik und in euren Händen haltet ihr eine dampfende Tasse Tee. Da sich die Geschichte zu einem sehr großen Teil im Cosy Corner abspielt (dem Café mit Buchladen, welches Aidan und Kate mehr oder weniger gemeinsam betreiben müssen), habe ich, sobald ich das Buch aufgeschlagen habe, immer gedanklich das Café betreten und mich an die Fensterfront gesetzt. Habe gewartet, bis Kate mir einen ihrer tollen Cupcakes gebracht hat und die Geschichte der beiden ungleichen Charaktere mitverfolgt. Dass die Handlung in London spielt, war quasi die Kirsche auf der Sahnehaube, denn die Stadt gehört mitunter zu meinen liebsten auf der ganzen Welt und es war schön, dem eigenen Alltag zu entfliehen und an einem fernen, oftmals verregneten Ort zu reisen. Das verregnete London hat zu der gemütlichen, wärmenden Atmosphäre beigetragen, aber ebenso bemerkenswert finde ich, dass „Everything We Had“ irgendwie befreiend, heilend und wohltuend auf mich wirkt. Es ist ein wenig, als wäre ich genau dort angekommen, wo ich sein soll. 

Verrückt, was Bücher mit uns machen können.

Aber in „Everything We Had“ verbergen sich eben so viele, wichtige Worte, so viele Botschaften und Hoffnungsträger. Jennifer Bright hat es geschafft, mich mit Aidans und Kates Geschichte sehr zu berühren und sogar Tränen in die Augen zu jagen – weil mich die Take Home Message so sehr bewegt hat. Es geht um Sorgen, um Ängste, um Schmerz und Kummer, aber gleichermaßen auch um das kleine Glück im Leben, um Hoffnung, Heilung und Mut. „Everything We Had“ lehrt, dass es von Stärke zeugt, sich Hilfe zu suchen. Dass es völlig in Ordnung ist, wenn es uns mal nicht gut geht und dass es die verschiedensten Wege gibt, um mit belastenden Ereignissen umzugehen – dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern dass jeder Weg so individuell ist wie wir Menschen selbst. 

All das und so viel mehr habe ich von und mit Kate gelernt. Lange ist es her, dass mir eine Protagonistin begegnet ist, deren Schmerz ich zwar nicht teilen, aber dafür umso mehr fühlen konnte. Ich habe sie von Anfang an für ihren Mut und ihre Standfestigkeit bewundert und hätte sie so unzählige Male gerne in den Arm genommen, weil sie nie sehen konnte, wie stark sie eigentlich ist. Ihr Traum vom eigenen Café, den sie letztendlich in die Tat umsetzt, ist wirklich sehr inspirierend für mich – und das viele Gebäck, das sie zubereitet hat, hat auch in mir die Backlust wieder geweckt! Ich finde sie erstaunlich – in ihrer Menschlichkeit, ihrer verletzlichen Seite und ihrer Zielstrebigkeit, die sie trotz all der Umstände niemals verliert. Als Aidan dann in ihr Leben gekommen ist, ist mein Herz geschmolzen. Ich liebe es, wie sich ihre Beziehung zueinander auf langsame, aber zarte Art und Weise entwickelt. Ich liebe es, dass man auch in seine Gefühlswelt ein paar wenige Einblicke erhält. Ich liebe es, dass er zwei Katzen namens Cookie und Brownie hat (muss ich dazu noch etwas sagen?!). Ich liebe Aidans ruhige, aber beständige Art, die wie ein Fels in der Brandung für Kate ist. Einzeln mag ich beide Charaktere schon für sich, aber gemeinsam sind sie großartig. Wie sie die großen und kleinen Hürden des Lebens gemeinsam bewältigen, lässt in mir beinahe schon wieder Tränen aufsteigen. 

„Everything We Had“ hat vieles, was ein perfektes Gesamtpaket ergibt – authentische Protagonisten, eine Wohlfühlatmosphäre und ergreifende Story. Dann wäre da noch das Café, das sich wie ein Safe Space anfühlt, an den man jederzeit zurückkehren kann. Ebenso die vielen liebreizenden Nebencharaktere, die man alle nur lieben kann – sie machen die Geschichte von Kate noch etwas lebendiger. Und nicht zu vergessen: der wunderschöne Schreibstil von Jennifer Bright. Ich bin durch die Seiten geflogen und habe mich in ihren gefühlvollen Worten geborgen und geerdet gefühlt, die die Geschichte noch etwas mehr abgerundet haben. 

Euch sei an dieser Stelle gesagt, dass das Buch nicht ohne Grund eine Triggerwarnung hat. Ich bin nicht immer in der Verfassung dafür, Bücher zu lesen, die eher „schwere“ Themen behandeln, doch Jennifer Bright hat hier eine ernste Thematik einfließen lassen, ohne dass sie abschreckend wirken könnte oder dem Leser etwa auf dem Silbertablett präsentiert wird. Oftmals habe ich den Eindruck, dass die Themen extrem stark in den Vordergrund gerückt werden, doch das ist hier nicht der Fall. In „Everything We Had“ wurde es so gezeigt, wie es leider in viel zu vielen Fällen ist – ein Teil des Lebens, auch wenn ich es niemandem wünsche. Jennifer Bright hat mich zum Weinen gebracht, zum Mitfühlen, zum Hoffen und zum Heilen. Als ich das Buch geschlossen habe, hatte ich das Gefühl, in mir drin sei ein Puzzleteil an die richtige Stelle gerückt – als hätte das Buch auch einen kleinen Teil von mir geheilt. 


Mein Fazit

„Everything We Had“ spendet Trost, bestärkt uns darin, Hilfe zu suchen, wenn wir es allein nicht mehr schaffen und hilft dabei, nicht den Mut zu verlieren. Ich bin restlos begeistert und kann hier eine Empfehlung für alle aussprechen, die nach einer Geschichte suchen, die dazu einlädt, es sich an einem verregneten Tag gemütlich zu machen. Ich liebe Kate und Aidan und hoffe, dass noch viel mehr Menschen da draußen die Gelegenheit haben werden, die beiden kennenzulernen. 


Meine Bewertung: 5/5 ⭐

Ein Kommentar

  1. bookishmoonlight

    Wie schön, dass du mit den Prüfungen durch bist, ich kann mich noch gut an die Erleichterung danach erinnern 😀
    Und schöne Rezension! Mein Exemplar ist noch auf dem Weg zu mir und ich bin schon suuuuper gespannt, du machst mich auf jeden Fall noch neugieriger 🙂

    Liebst, Lara.

    Gefällt mir

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