Dear Enemy | Rezension

Mama sagte immer, dass ich fantasievoll mit Worten umginge, aber es war die Wahrheit: Macon in die Augen zu schauen, fühlte sich an, als würde man sich in einen wütenden Sturm hineinwagen. Man konnte ihn nur geschwächt, atemlos und ein wenig durchgerüttelt verlassen.

Kristen Callihan

Informationen zum Buch

Titel: Dear Enemy | Autor: Kristen Callihan | Genre: New Adult | Verlag: LYX | Anzahl Seiten: 512 | Erscheinungsdatum: 28.05.2021 | ISBN: 978-3-7363-1539-6 | Preis: 14,00€ (Paperback)

Klappentext

In der Highschool waren sie Erzfeinde – zehn Jahre später hassen sie sich noch immer. Delilah Baker und Macon Saint sind wie Hund und Katz, doch als Delilahs Schwester den erfolgreichen Schauspieler bestiehlt und dieser Samantha anzeigen will, muss Delilah alles tun, um ihre Familie zu beschützen. Sie bietet Saint an, ein Jahr als persönliche Assistentin für ihn zu arbeiten. Und während sie ihre Feindschaft weiter pflegen, stellen sie fest, dass Hass und Liebe sehr dicht beieinander liegen …

Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/liebesroman/dear-enemy/id_8351247


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

Wortgefechte

Prickeln

Behutsamkeit


Meine Meinung

Hallihallo, ihr Lieben! Es gab in den letzten Wochen eine kleine Upload-Pause auf dem Blog, weil ich im Privaten einiges organisieren musste und auch nicht allzu viel zu lesen hatte, über das ich hätte berichten können. Im Moment befinde ich mich im Urlaub und genieße die reine Meeresluft an der Ostsee – und habe Zeit, um mich ein paar wundervollen Büchern und Geschichten zu widmen. Mein erstes Urlaubsbuch, das ich beendet habe, ist „Dear Enemy“ von Kristen Callihan, und das möchte ich euch heute direkt vorstellen!

Ich muss gestehen, dass ich eigentlich nicht geplant hatte, „Dear Enemy“ zu lesen. Das war, bevor zwei Bloggerinnen, die ich sehr schätze, ununterbrochen von dem Buch geschwärmt und es mir schmackhaft gemacht haben (ihr wisst, dass ich euch meine <3). Das Totschlagargument: „Paula, es ist enemies-to-lovers!!!“…da gab es dann kein Halten mehr und ich musste es einfach lesen. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert!

Ich liebe Geschichten, in denen die Protagonisten sich nicht ausstehen und den anderen am liebsten manchmal umbringen würden, weil sie sich so sehr hassen. Ich liebe Geschichten, in denen diese beiden Menschen dennoch gezwungenermaßen Zeit miteinander verbringen müssen und sich immer wieder Wortgefechte liefern. Ich liebe Geschichten, in denen die beiden dann irgendwie nach und nach Gefühle füreinander entwickeln. 

Und genau das hat mir „Dear Enemy“ gegeben. 

Ich habe zwei Charaktere bekommen, sie dem anderen am liebsten den Hals umdrehen wollen. Ich habe Gespräche, bei denen die Fetzen fliegen, heftige Diskussionen und Beschimpfungen bekommen. Und ich habe Gefühle bekommen, die mein Herz erwärmt haben.

Ich habe noch nicht viele enemies-to-lovers Bücher im New Adult Bereich gelesen, würde aber sagen, dass das hier mit zu meinen liebsten gehört. Die Geschichte von Delilah und Macon gibt alles, was man sich von den Geschichten erhofft, in denen aus Feindschaft Liebe wird. Ich habe das Knistern beinahe greifen können, das in der Luft lag, sobald sich die beiden in einem Raum aufgehalten haben. Ihre Versuche, nicht die Beherrschung zu verlieren, wenn sie mit ihrem Gegenüber gesprochen haben, entlockten mir beim Lesen oftmals ein Schmunzeln, vor allem im Angesicht der temperamentvollen Protagonisten, mit denen wir es zu tun haben. 

Delilah würde ich als Powerfrau mit weichem Herz beschreiben. Ich habe sie als sehr schlagfertig, mutig und zielstrebig wahrgenommen. Nimmt sie sich einmal etwas vor, möchte sie es bis zum Ende durchziehen. Darin habe ich mich oftmals wiederfinden können, doch umso schöner fand ich ihre verletzliche Seite, die sie vor Außenstehenden lieber verbirgt und sich selbst eventuell auch nicht immer eingestehen möchte. Tief unter ihrem Paket selbstbewusster Attribute verbergen sich einige Ängste, die sie zu vielen Handlungen antreiben – oder sie auch von der einen oder anderen Aktion abhalten.

Macon hingegen ist für mich der sanfte Riese, der der Öffentlichkeit sein stolzes, sicheres Ich zeigt, aber mindestens genauso leidenschaftlich, liebevoll und bedacht ist, wenn niemand anderes wirklich hinschaut. Besonders der Einblick in seine Gedanken hat ihn mir sehr nahe gebracht und ich war genau wie Delilah von dieser Vorsicht und diesen Empfindungen hinter seiner großen Klappe beeindruckt. 

Als diese beiden Persönlichkeiten aufeinander trafen, war der Stress quasi vorprogrammiert, zumal sie eine gemeinsame Vergangenheit haben. Doch entgegengesetzt meiner Erwartungen bekam ich nicht nur eine Geschichte, die von Spannung, Wortgefechten und Anziehung geprägt ist, sondern eine solche, die darüber hinausgeht und auch von Reife und gegenseitigem Vertrauen erzählt. Macon und Delilah nähern sich nur sehr langsam und mit Bedacht – aus Angst davor, verletzt zu werden oder einen Fehler zu machen. Dadurch, dass sie zudem auch unfassbar reflektiert miteinander sprechen und versuchen, den anderen zu verstehen, sind sie für mich ein tolles Vorzeigepärchen in der New Adult Welt. Ich hatte irgendwie das Gefühl, von ihnen etwas über gesunde Beziehungen zu lernen und somit neben schönen Lesestunden auch etwas Wichtiges vom Buch mitgegeben zu bekommen. Noch dazu haben mich Delilah und Macon inspiriert, weil sie den anderen stets dabei unterstützen wollen, dem Herzen zu folgen und die eigenen Träume zu verwirklichen. Hach, das war einfach schön.

„Dear Enemy“ ist mein erstes Buch von Kristen Callihan, jedoch mit Sicherheit nicht mein letztes, denn ich kann sagen: Diese Autorin hat mich definitiv überzeugt! Das beginnt bereits bei ihrem lebhaften Schreibstil, der nicht nur humorvoll ist, sondern auch Emotionen jeglicher Art unterstreicht. Ich habe mich ab der ersten Seite in die Handlung fallen gelassen und wollte das Buch zeitweise am liebsten überhaupt nicht aus der Hand legen, weil es mir eines gegeben hat: ein richtig gutes Gefühl. 

„Dear Enemy“ ist ein Buch, das den Lesern Leichtigkeit schenkt, aber dennoch wichtige Thematiken anspricht. Neben der Liebesgeschichte geht es auch darum, Träume zu verfolgen, das eigene Verhalten zu reflektieren, die Vergangenheit zu verarbeiten und zu lernen, dass Worte genauso verletzen können wie Taten. Nichtsdestotrotz ist „Dear Enemy“ für mich in erster Linie ein unterhaltsames Buch gewesen. Leider hat der Funken, der das Buch zu einem Highlight gemacht hätte, gefehlt, aber das ändert nichts daran, dass es eine klare Empfehlung meinerseits ist! Ich hatte mit Macon und Delilah unfassbar viel Spaß, musste mehrmals Schmunzeln oder gar Lachen und trotzdem gab es viele andere innige Momente, die mich ein bisschen haben träumen lassen. Ein tolles, tolles Buch!


Mein Fazit

„Dear Enemy“ ist das richtige Buch für alle, die nach Wortgefechten, knisternder Luft und einer Feindschaft suchen, die sich letztendlich in Liebe verwandelt. Für alle, die mehr als nur eine enemies-to-lovers Geschichte wollen. Für alle, die auch von Vertrauen, Reife und Ehrlichkeit lesen und ihr eigenes Herz erleichtern wollen. Macon und Delilah zu begleiten hat mir unfassbar viel Freude und schöne Lesestunden geschenkt und ich bin zuversichtlich, dass es vielen anderen ebenso gehen wird. 


Meine Bewertung: 4/5 ⭐

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