Wen immer wir lieben | Rezension

Herzen, die zusammengehören, finden sich immer.

Michelle Schrenk

Informationen zum Buch

Titel: Wen immer wir lieben (Immer-Trilogie 1) | Autor: Michelle Schrenk | Genre: New Adult | Verlag: Loewe Intense | Anzahl Seiten: 416 | Erscheinungsdatum: 15.09.2021 | ISBN: 978-3-7432-1164-3 | Preis: 14,95€ (Paperback)

Klappentext

Lina ist außer sich. Schon wieder ist ihre kleine Schwester Nika kurz davor, in die Bad-Boy-Falle zu tappen. Dabei sind die Alarmsignale doch unübersehbar! Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen bewertet Lina Jungs auf Tinder und in einer Bar auf einer Skala von 1 bis Herzensbrecher. Als der perfekte Kandidat auf Linas Display erscheint, fordern ihre Freundinnen sie heraus: Sie soll ihnen beweisen, dass Ben ein Herzensbrecher ist – und sie ihm mühelos widerstehen kann. Die Bad-Boy-Challenge beginnt, der Einsatz: nichts Geringeres als Linas Herz. 

Quelle: https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/wen_immer_wir_lieben_immer_trilogie_band_1-10003/


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

humorvoll

dynamisch

leicht


Meine Meinung

Hey, ihr Lieben! Ich habe heute eine Rezension zu “Wen immer wir lieben” von Michelle Schrenk für euch – ein herzliches Dankeschön an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich sehr auf das neue Buch von Michelle Schrenk gefreut und war schon ganz gespannt auf ihre neue New Adult Geschichte, da ich mit zwei anderen Büchern von ihr bereits ein paar schöne Lesestunden hatte. Nun muss ich aber gestehen, dass ich ziemlich zwiegespalten bin und nicht ganz so recht weiß, was ich mit meiner eigenen Meinung zu dem Buch anfangen soll. 

“Wen immer wir lieben” erzählt die Geschichte von Lina, die eine sehr bestimmte Vorstellung von Bad Boys hat und der Meinung ist, dass alle Typen, die Lederjacken tragen und Tattoos haben, einem ganz bestimmten Schema folgen, um Mädchen in ihr Bett zu kriegen – und um sie direkt danach wieder abzuservieren. Die Grundidee der Handlung ist, dass Lina sich kurzerhand einen beliebigen Typen aussucht, um an ihm zu beweisen, dass sie mit ihrer Theorie Recht behält. Sie will mit ihm spielen, und ich habe mich auf eine recht unterhaltsame Liebesgeschichte mit einem coolen, originellen Aufhänger gefreut, die letztendlich doch noch tiefgründig wird. 

Leider haben meine Erwartungen nicht zu dem gepasst, was “Wen immer wir lieben” mir letzten Endes geboten hat.

Dennoch hatte “Wen immer wir lieben” auch gute Seiten, mit denen ich zunächst beginnen möchte. Was mir ganz besonders gut gefallen hat ist die Dynamik der Geschichte. Bei “Wen immer wir lieben” hatte ich nie das Gefühl, dass die Handlung gerade stillsteht und auch die Dialoge waren immer sehr energiegeladen, authentisch und intensiv. Michelles Schreibstil ließ sich sehr flüssig lesen und hat mir gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, durch die Geschichte hindurch auch Nürnberg als Stadt kennenzulernen, besonders dann, wenn ganz bestimmte Orte, Bauwerke oder Lokale erwähnt wurden. Dadurch, dass ich per Google nachschauen konnte, wie genannte Plätze oder Restaurants in echt aussahen, konnte ich mir die gesamte Atmosphäre des Buches noch einmal etwas besser vorstellen. Wenn ich inhaltlich einen besonders positiv hervorstechenden Aspekt benennen müsste, dann wäre es Linas Bezug zur Familie. Ich habe jede einzelne Szene gemeinsam mit ihren Schwestern sehr genossen, mochte dieses Dreierpaket einfach sehr und mir ist beim Lesen ihrer gemeinsamen Momente sehr, sehr warm im Herzen geworden, weil man einfach gemerkt hat, dass die drei immer füreinander da sind. Ich finde es schön, dass die Geschichte von “Wen immer wir lieben” dadurch nicht “nur” eine Liebesgeschichte, sondern irgendwo auch in Ansätzen eine Familiengeschichte war. 

Was meine Positivität leider um ein Vielfaches gemindert hat ist Lina, die Protagonistin. Von Anfang an dreht sich ihr Charakter einzig und allein um die Bad Boy Challenge, die sie sich selbst auferlegt hat. In jeder Situation, egal wie ernst sie ist, denkt Lina einzig und allein an das Schema, nach denen die angeblichen Bad Boys angeblich vorgehen. Anfangs war ich von dieser Einstellung noch amüsiert, doch was ich für einen ursprünglichen Aufhänger der Geschichte gehalten habe, wandelte sich nicht, sondern zog sich durch das gesamte Buch. Dadurch, dass sie absolut nicht offen für neue Ansätze und Perspektiven ist und das auch beinahe bis zum Ende des Buches hin so bleibt, habe ich leider nicht wirklich mit ihr mitfiebern können, sondern war vielmehr genervt von ihr. 

Als Ben in ihr Leben tritt, hat es anfangs noch Spaß gemacht, Linas tollpatschige und klischeehafte Verhaltensweisen zu beobachten, doch nach und nach, als ich gemerkt habe, dass sie das nicht in baldiger Zukunft ändern wird, tat mir Ben immer mehr leid. Der Kerl hat sich für sie echt Mühe gegeben und es hat sich jedes Mal, wenn sie sein Verhalten als “Bad-Boy-Getue” abgestempelt hat, wie ein Stich mitten in mein Herz angefühlt. Das hat sie immer und immer und immer wieder getan und jedes einzelne Mal hätte ich sie gerne geschüttelt und gefragt, warum um Himmels Willen sie nicht einfach mal versuchen kann, über ihre Schubladen hinaus zu denken. Während Lina mir immer unsympathischer wurde, konnte ich Ben konnte als Charakter leider nicht wirklich greifen. Er war für mich sehr blass und auch die Szenen, die ihn mir näher bringen sollten, haben leider nicht gereicht, um ihm wirklich dynamisch erscheinen zu lassen. Gleichzeitig konnte ich aber auch nicht nachvollziehen, warum er überhaupt so lange echtes Interesse an ihr hat, während sie ihn so schlecht behandelt. 

Insbesondere in einer Szene hat Lina für mich absolut inakzeptables Verhalten an den Tag gelegt und ich frage mich bis heute ernsthaft, warum Ben danach nicht die Beine in die Hand genommen, sondern alles letztendlich einfach hingenommen und als Teil eines lustigen Spiels gesehen hat!

Lange ist es her, dass ich so oft beim Lesen innerlich die Augen verdreht habe, doch ich wollte dem Buch bis zur letzten Seite die Chance geben, mich von sich zu überzeugen. Doch Linas Sinneswandlungen kamen sehr plötzlich und abrupt, sodass ich ihre Entwicklung überhaupt nicht nachvollziehen konnte – ebenso wie die Liebesgeschichte von ihr und Ben, die mir keinen einzigen Schmetterling in den Bauch gesetzt hat. Es tut mir weh, diese Worte zu tippen, aber ich möchte unbedingt ehrlich bleiben. 

Da “Wen immer wir lieben” auch gute Seiten hatte und ich mich hauptsächlich an Lina als Protagonistin gestört habe, besteht noch die Hoffnung, dass mir die anderen Teile der Trilogie, die von ihren Schwestern handeln, besser gefallen werden. Das Buch hier hat einfach nicht meinen persönlichen Geschmack getroffen – vielleicht hat mir einfach der Humor gefehlt, um “Wen immer wir lieben” von Anfang bis Ende als unterhaltsam zu empfinden, aber das muss nicht heißen, dass es euch ebenso nicht gefallen wird! Vielleicht habt ihr ja Lust, dem Buch eine Chance zu geben.


Mein Fazit

“Wen immer wir lieben” hat mich leider nicht von sich überzeugen können. Die als unterhaltsam gedachte Geschichte ließ sich nicht mit meinem Humor und meinen persönlichen Wertvorstellungen vereinen, weshalb Lina als Protagonistin einen sehr großen Störfaktor für mich darstellte und ich ihre Liebesgeschichte nicht nachempfinden konnte. Dennoch hat die Geschichten auch ihre guten Seiten und ich bin gespannt, was die weiteren Bände der Trilogie für mich parat halten werden.


Meine Bewertung: 2,5/5 ⭐

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