Vielleicht irgendwann | Rezension

Und es war, als würde Henning mich richtig anschauen. Nicht Karla-Karla, die vorlaute junge Frau, sondern alles von mir, jede Facette, die meine Persönlichkeit zu bieten hatte. Die verletzliche Karla, die leise Karla, die wilde Karla.

Carolin Wahl

Informationen zum Buch

Titel: Vielleicht irgendwann (Vielleicht-Trilogie 3) | Autor: Carolin Wahl | Genre: New Adult | Verlag: Loewe Intense | Anzahl Seiten: 416 | Erscheinungsdatum: 06.04.2022 | ISBN: 978-3-7432-1097-4 | Preis: 14,95€ (Paperback)

Klappentext

Motorenöl und quietschende Reifen – für Karla gibt es nichts Schöneres! Früher ist sie leidenschaftlich Kart gefahren, bis ihre Eltern sich das kostspielige Hobby nicht mehr leisten konnten. Doch ein unerwartetes Angebot katapultiert sie zurück in die Welt des Motorsports: Sie soll die Freundin des aufstrebenden Formel-2-Stars Henning Kiefer spielen. Mit einem Schlag wäre Karla all ihre Geldprobleme los – und Aufreißer Henning mit einer festen Freundin endlich sein Bad-Boy-Image. Aber was ist, wenn aus einer Fake-Beziehung plötzlich Ernst wird?

Quelle: https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/vielleicht_irgendwann_vielleicht_trilogie_band_3-10005/


Wenn ich das Buch mit 3 Worten beschreiben müsste…

humorvoll

knisternd

leicht


Meine Meinung

Ihr Lieben, ich bin so, so, so traurig. Ich habe es jetzt lange genug vor mir hergeschoben, diese Worte hier zu verfassen, weil sie bedeuten, dass ich wirklich von der Vielleicht-Reihe Abschied nehmen muss. Weil ich vor Kurzem „Vielleicht irgendwann“ beendet habe und nicht will, dass es wirklich vorbei ist. Weil mir die Reihe mit all ihren Charakteren ans Herz gewachsen ist und ich auch den letzten Band sehr, sehr geliebt habe. Ein herzliches Dankeschön geht vorab wie immer an den Loewe Intense Verlag für das Rezensionsexemplar.

Und…wo soll ich anfangen? Nachdem mir die Vorgänger der Vielleicht-Reihe bereits allesamt wahnsinnig gut gefallen haben, bin ich mit einer recht starken Erwartungshaltung an „Vielleicht irgendwann“ herangetreten. Doch dieses Buch…es hat alle Erwartungen übertroffen.

„Vielleicht irgendwann“ war ein Wohlfühlbuch. Ruhig und laut zugleich, realistisch, bewegend, einnehmend. Voller Alltagsmagie, Strauchelmomente und Auffangszenen. Ein Buch, das mir ein sicheres Gefühl gibt. Ein Buch, zwischen dessen Seiten ich gerne abgetaucht bin, ohne zu merken, wie viel ich lese oder wie die Zeit vergeht. Ein Buch, das viel zu schnell vorbei war. 

Ich habe es geliebt, das Buch. Alles an dem Buch. Den Schreibstil, die Charaktere, die Themen, die Atmosphäre, die Handlungsentwicklung…einfach alles. Ich habe es geliebt, wieder in der wundervoll-chaotischen WG zu sein. Mitsamt den Charakteren, die man aus den vorigen Bänden bereits kennt und die einen schon längst für sich gewonnen haben. Als das erste Mal alle in der WG aufgeschlagen sind, ist mir echt das Herz aufgegangen, weil ich so viel Liebe für diese Charaktere übrig habe, die irgendwie fiktiv sind und doch gleichzeitig in meinem Kopf existieren. Sie haben mich zum Lachen gebracht oder auch einfach nur zum Schmunzeln, manchmal wollte ich den Kopf schütteln, weil ich mich wegen ihnen so amüsiert habe. Und das hat zu diesem wunderbar wohligen Gefühl beigetragen. Und dazu, dass ich irgendwie einen Teil meines Herzens in diesem Buch zurückgelassen habe, als ich es endgültig geschlossen habe.

Natürlich sind da auch Karla und Henning und ihre gemeinsame Geschichte. Wobei…eigentlich war es für mich eher Karlas Geschichte. Karlas Geschichte voller Ängste und Sorgen, Humor, Schlagfertigkeit und Sanftheit, voller Mut und Emotionen. Ich mochte es, die ganze Handlung nur aus ihrer Sicht zu erleben, denn das hat mir den nötigen Zugang zu ihr und ihren Gedanken verschafft. Auch, wenn Karla und ich recht wenig gemeinsam haben, war es doch ein Leichtes, sie und ihre Gedanken zu verstehen. Ich mochte sie auf Anhieb – insbesondere ihre Art, in jeder Situation etwas Gutes zu sehen und stets Platz für eine ordentliche Portion Humor parat zu halten. Doch Karla trägt auch einige kleine und große Päckchen mit sich herum. Päckchen, die sie allein tragen will. Päckchen, bei denen sie jedoch vielleicht Hilfe braucht. Und irgendwo in dieser Geschichte hat auch Henning seinen Platz gefunden. Hat sich eingefügt wie das letzte Puzzleteil, das gefehlt hat, um alles zu einem Ganzen zu machen. Durch die Fake-Dating Thematik hat die Geschichte hier an Schwung gewonnen und ich mochte es sehr, wie damit innerhalb des Verlaufs gespielt wurde. Doch ganz besonders greifbar war die Chemie zwischen Henning und Karla. Der kleine kostbare Funken zwischen ihnen war von Anfang an da und ich habe ihn sofort gespürt – und aufgesogen wie ein Staubsauger, weil ich davon mehr und mehr und mehr wollte.

Im Vergleich zu allen bisherigen Büchern der Reihe hatte „Vielleicht irgendwann“ etwas, das besonders stark hervorgestochen ist: Suchtpotenzial. Ich hatte das Gefühl, Seite um Seite zu verschlingen, ohne aufhören zu können. Mehr als einmal hatte ich unbeabsichtigt hundert Seiten auf einmal verschlungen, habe meine Umgebung (oft war es die S-Bahn) um mich herum komplett vergessen und mich ganz und gar Karla und Henning gewidmet. Weil ich die beiden, ihre Dynamik und ihre Dialoge, so sehr geliebt habe. Weil ich nicht genug bekommen konnte. Carolin Wahl hat zudem einen wundervollen Schreibstil, der Karla und ihre Persönlichkeit so gut unterstrichen hat. 

Und auch, wenn wir hier von einem Buch sprechen, finde ich es beeindruckend, dass es nicht nur so viele wundervolle Emotionen vermittelt, sondern gleichermaßen auch so echt wirkt. Natürlich ist es nicht alltäglich, einer Berühmtheit zu begegnen und dann auch noch eine Beziehung zu der Person vorzutäuschen. Aber Carolin Wahl hat es geschafft, all das dennoch realistisch erscheinen zu lassen. Weil Henning und Karla so menschlich sind. Weil sie und die Welt um sie herum normal sind, Ecken und Kanten haben. Weil sie auch einmal Fehler machen, auch einmal scheitern, auch einmal Zweifel haben. 

„Vielleicht irgendwann“ ist allumfassend – es wird romantisch, ja. Aber die Geschichte geht über das, was zwischen Henning und Karla ist, weit hinaus. Es geht auch um ihren Job, um Familie, um Freundschaft, um das Leben. Und all diese Themen werden nicht nur halbherzig angeschnitten, sondern zu einem sehr großen Teil in die Geschichte mit einbezogen. Das ist es, was die gesamte Vielleicht-Reihe in meinen Augen schon immer so toll gemacht hat. Das und die Wohlfühlatmosphäre, der die Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgang gelingt. Und die wundervollen Charaktere, die man nicht mehr gehen lassen will.


Mein Fazit

„Vielleicht irgendwann“ war wie die Vorgänger in der Vielleicht-Reihe ein wunderbares New Adult Buch, in dem ich mich einfach nur wohl fühle – so sehr, dass ich gerne mal alles um mich herum vergessen habe. Ich bin ein totaler Fan von Karla und Henning und der Chemie zwischen den beiden, doch das Buch besticht auch dadurch, dass es darüber hinaus so viel mehr bietet. So viele Aspekte, die das Leben nun einmal ausmachen. Und nun hieß es für mich tatsächlich, Abschied von all diesen wundervollen Charakteren zu nehmen, die ein bisschen zu einem Zuhause geworden sind…


Meine Bewertung: 5/5 ⭐

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